1. Biberbacher Gartenkolumne

18. Mai 2026
Aus dem Dorfleben
"Frühling lässt sein blaues Band, wieder flattern durch die Lüfte; süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land."

Dieses Gedicht hat 1829 Eduard Mörike geschrieben, und mit den durch das Land streifenden Düften, ist er heute genauso aktuell wie damals.
Die ersten Rosen sind erblüht, wie die Rosa Banksiae, über und über gelb blühend und in meinem Garten ist es die Pimpinella Folia in zarten weißgelb mit einem intensiven Duft nach Vanille und Bergamotte. Der Flieder duftet auch schon und der Pfeifenstrauch, auch falscher Jasmin genannt, schließt sich mit seinen duftenden weißen Blüten an. Der Frühling ist wirklich da.
Jetzt geht die Arbeit im Garten richtig los. Aber ist es wirklich Arbeit? Die Engländer haben den Begriff „Gartenarbeit“ nicht, sie kennen nur „Gardening“ also gärtnern und sie haben auch eine fast spirituelle Beziehung zu ihrem Garten und zu der Arbeit dort. Vielleicht sollten wir, in diesen doch sehr turbulenten Zeiten, das „Arbeiten“ im Garten als etwas Meditatives sehen und damit zu uns selber finden, zur Ruhe kommen und Blumen, Sträucher und Bäume wieder intensiver wahrnehmen.
Denken wir an den Satz: wir brauchen die Natur, die Natur braucht uns nicht. Mit dem Erwachen der Natur wird uns jedes Jahr das Wunder vor Augen gehalten, wie aus kahlen Bäumen, trister Erde über Nacht neues Grün hervorsprießt. Leider nehmen wir uns kaum die Zeit es wahrzunehmen.
Betrachten Sie intensiv ihre Tulpen, fünf farbige Kelchblätter bilden die Blüte, die auf einem langen dünnen Stängel steht. Welch eine Laune der Natur. Bei Wind und Wetter steht sie wie eine Eins zwischen Gräsern, die langsam aus dem Boden kommen, zwischen Hosta/Funkien und vielem anderen. Ähnlich und gleich nach den Tulpen, erfreuen uns die Bartiris. Auch sie stehen mit ihren bis zu vierzig Zentimeter hohen Stielen über dem Laub und bringen ihre Blüten in allen Regenbogenfarben hervor. Leider werden sie von Schnecken geliebt. Kurz darauf fangen die Rosen an zu blühen. Die Königin der Blumen hat ihren Auftritt. Wenn wir sie richtig geschnitten und gut gedüngt haben, erfreuen sie uns bis in den Herbst. Mit neuen Kreuzungen kommen wunderbare Sorten auf den Markt, die weitaus resistent gegen Schädlinge sind.
Genießen Sie ihren Garten mit allen Sinnen und denken Sie daran, dass beim Gärtnern ein Glückshormon ausgeschüttet wird. Forscher haben ein Mykobakterium in der Erde entdeckt, das durch die Arbeit in der Gartenerde den Serotoninspiegel im Körper erhöht und uns dadurch glücklicher und stressresistenter macht.

Genießen Sie die Natur und Ihren Garten mit allen Sinnen.

Die Biberbacher Gartenfreunde

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