Kirchen

Schwäbische Dörfer sind geprägt von ihrer Pfarrkirche. Auch die Kirchen und Kapellen in Biberbach und seinen Ortsteilen stehen seit Jahrhunderten im Mittelpunkt der dörflichen Gemeinschaften.


Pfarrkirche „St. Jakobus und Laurentius Biberbach“ (Patrozinium 25. Juli)

Wallfahrt „Zum Lieben Herrgöttle“

„Und da bin i dahoam!“
Vielen kommt dieses vertraute Gefühl von Heimat in den Sinn, wenn sie auf der B2 zum ersten mal den Biberbacher Kirchturm erblicken. Mit seinen 68 Metern ragt er wie ein Fingerzeig des Glaubens in den Himmel, der sich über Biberbach oft so lebendig zu erkennen gibt…

Nach nur dreizehnjähriger Bauzeit wurde die imposante Kirche 1697 eingeweiht. Sie sollte den festlichen Rahmen bilden für immer mehr Wallfahrer, die seit 1681 zum „Lieben Herrgöttle“ nach Biberbach pilgerten.

Das um 1220 entstandene, überlebensgroße hochromanische Kreuz fand erst im Jahre 1525 seinen Weg ins Schwäbische. Ein Fuhrmann hatte das Kreuz vermutlich im Württembergischen aus einem Straßengraben gerettet, wohin man es in den Wirren der nachreformatorischen Bilderstürmerei achtlos geworfen hatte. Für welches Gotteshaus das Kreuz ursprünglich geschaffen wurde, ist nicht überliefert. Unvergessen aber blieb das sog. „Gespannwunder“: Am Kirchberg angekommen, verweigerten die Pferde dem Fuhrmann ihren Dienst. Erst nachdem das Kreuz abgeladen worden war, zogen sie weiter. Der Heiland wollte offenbar in Biberbach bleiben und ist damit ein echter „Zugereister“.

Über 150 Jahre zogen ins Land, bis ein junger Pfarrer, Dr. Antonius Ginther (1655-1746),  die Wirkkraft des Kreuzes erfuhr; zunächst am eigenen Leib in der Heilung von seinem Bruchleiden. Die bewegenden Predigten des heute seliggesprochenen Pater Marco d´Áviano (1631-1699), der im August 1680 auch nach Augsburg kam, unterstützten Pfarrer Ginther in seinem Bemühen, die Gläubigen auf die heilsame Macht des Kreuzes in Biberbach aufmerksam zu machen. Bald ereigneten sich immer mehr Heilungen, Mirakelbücher füllten sich mit Gebetserhörungen. Der Strom der Pilger wuchs. 1685 machte sich Antonius Ginther auf den beschwerlichen Weg nach Rom. In einer Privataudienz wurde von Papst Innozenz XI. nicht nur die Wallfahrt anerkannt und ein besonderer Ablass gewährt. Er schenkte der Wallfahrt auch fünf sog. „Heilige Leiber“ – Märtyrer aus den römischen Calixtus- und Cyriakuskatakomben.

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche „St. Jakobus und St. Laurentius – Zum Heiligen Kreuz“ wurde vom bekannten Günzburger Barockbaumeister Valerian Brenner im Vorarlberger Münsterbauschema auf einem kreuzförmigen Grundriss errichtet. Die Ausstattung der Kirche war im Übrigen einfach gehalten. Neben dem Kreuzaltar standen v. a. die Schreine der Katakombenheiligen im Mittelpunkt der Verehrung.

Die reiche Ausstattung des Langhauses (1753) verdankt sich der Initiative von Pfarrer Johann Keller, ebenso der Bau des barocken Pfarrhofes. Er diente in der Blütezeit der Wallfahrt (im 18. Jhdt.) bis zu elf Benefiziaten Unterkunft, die für die Betreuung der Pilger in der damals sechsgrößten Wallfahrt Europas Sorge trugen.

Die Deckenfresken folgen dem Gedanken des Kreuzes. Über der Orgel findet sich die Auffindung des Kreuzes. Im Hauptschiff wird die Erlösungsgnade vom Kreuz her erschlossen. Im Ostchor zeigt das Fresco Kaiser Heraklios, der das 627 aus der Hand der Perser zurückeroberte Kreuz Christi im Büßergewand zurück nach Jerusalem trägt.

Das Wallfahrtsfest findet satt zum Fest Kreuzerhöhung (14. September).

Sonntagsgottesdienste:            Samstags 19:00 Uhr (Winter 18:30), Sonntags 10:00 Uhr

Viele weitere Informationen finden sich unter www.kirche-biberbach.
Die Sonntagsgottesdienste werden aufgezeichnet auf YouTube „Kirche Biberbach“.


Affaltern „St. Sebastian“ (Patrozinium: 20 Januar)

– und die Bruderschaft des Heiligen Albanus

Die kirchlichen Ursprünge der heutigen Pfarrei Affaltern liegen im benachbarten Salmannshofen. Bereits seit 1262 lässt sich eine Kirche nachweisen, die dem Hl. Johannes dem Täufer geweiht war. Als weitere Patrone wurden die Hll. Vitus und Albanus verehrt.

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war St. Sebastian eine Filialkirche der Pfarrei Salmannshofen. Nachdem das Anwesen vom Kloster Holzen an das Augsburger Domkapitel übergegangen war, wurde die dortige Pfarrkirche abgebrochen und der Pfarrsitz im Jahre 1758 nach Affaltern verlegt. Am 29. April wurde in St. Sebastian erstmals getauft. Das Mädchen erhielt bezeichnenderweise den Namen Albana.

Bereits 1697 hatte der Biberbacher Pfarrer Antonius Ginter die mit dem Neubau der heutigen Kirche nach Plänen des Günzburger Baumeisters Valerian Brenner, dem sich auch der Bau der Kirche in Biberbach verdankt.

St. Sebastian zeigt sich als heller, einschiffiger barocker Kirchenraum. Aus Anlass des 250-jährigen Bestehens der Pfarrei wurde die Kirche 2007/08 umfassend renoviert, und Hoch- und Seitenaltäre neugestaltet. Das Bildnis im Hochaltar zeigt Johannes d. Täufer. Die beiden Begleitfiguren verweisen auf den Pfarrpatron, St. Sebastian, und den Patron der ansässigen Bruderschaft, St. Albanus. 2024 wurden Altar und Ambo des Münchner Bildhauers Professor Josef Alexander Henselmann gesegnet.

Der Sonntagsgottesdienst findet um 9:00 Uhr statt.

Die Albanusbruderschaft

Bereits in der Mutterpfarrei Salmannshofen wurde der Hl. Albanus verehrt und von Wallfahrern aus der näheren Umgebung aufgesucht. Die Anfänge der Bruderschaft gehen zurück in das Jahr 1733. An ihren Begründer, Pfarrer Andreas Straubner, erinnert noch heute eine Gedenktafel im Eingangsbereich der Affalterner Kirche. Mit der Übertragung der Pfarrei 1758 wurde auch der Sitz der Bruderschaft dorthin verlegt.

Das Gebetsanliegen der Bruderschaft lag in der Bitte um eine „glückselige Sterbestunde“. Damit verband sich seit jeher auch das Gebet für lebende und verstorbene Mitglieder und das Fürbittgebet. Um den Gedenktag des Hl. Alban von Mainz, dem 21. Juni, begeht die Pfarrei Allfaltern alljährlich ihr Albanusfest.

Die Albanusbruderschaft begeht ihr Bruderschaftsfest am 21. Juni. Sie zählt weit mehr als 300 Mitglieder und kann als älteste noch bestehende Gemeinschaft Affalterns bezeichnet werden.


Die Kirche in Feigenhofen – Ein Kleinod mit großer Geschichte
(Patrozinium 29. Juni)

Die Kirche im Dorf findet sich in Feigenhofen mittendrin. Und das seit mehr als einem Jahrtausend. Untersuchungen der Prähistorischen Staatssammlung München datieren die Ursprünge des Kirchenbaus in die Zeit des Hl. Bischofs Ulrich und damit zurück bis ins 10. Jahrhundert.

Die Kirche, sie wurde den heiligen Aposteln Petrus und Bartholomäus geweiht, ist in ihrem Innern geprägt von schlichter Schönheit.

Im Hauptaltar findet sich die ergreifende Darstellung einer Pietà (Beweinung Christi). Die kostbare Skulptur stammt aus dem 16. Jhdt. und wird dem Umkreis des Ulmer Bildhauers Daniel Manek. Daneben stehen Darstellungen der Hll. Apostelfürsten Petrus und Paulus (ebenso wie die Anbetungsengel um 1670). Das Antependium stellt die Schlüsselübergabe Jesu an Petrus dar (Öl auf Holz; um 1700).

Der Seitenaltar links ist dem Hl. Sebastian geweiht (um 1670). Die Begleitfiguren stellen die Hl. Walburga und den Hl. Papst Gregot d. Großen dar.

Im rechten Seitenalter findet sich eine Figur des Heiligen Ulrich (Bistumspatron der Diözese Augsburg, Anfang 18. Jhdt.) begleitet von Darstellungen der heiligen Mönche Leonhard (Anfang 16. Jhdt.) und Antonius d. Großen (um 1670)

Beachtenswert sind auch die Kreuzwegstationen, die Karl Radinger im Jahre 1959 geschaffen hat.

An der Nordwand auf Höhe der Empore begegnet eine Nachbildung des „Herrgöttle von Biberbach“. Zeichen der Verbundenheit mit der Wallfahrtspfarrei zu der die Filiale Feigenhofen gehört.

Gottesdienste finden an kirchlichen Hochfesten und mittwochs um 19:00 Uhr statt.
Kirchenführungen können mit dem Pfarrbüro vereinbart werden.


Schlosskapelle Markt – ein Juwel des Rokoko
Patrozinium am 24. Juni

Weithin sichtbar über dem Schmuttertal erhebt sich die Markter Burg. Ein Wahrzeichen, das man nicht übersehen will. Auf der Burg stand wohl schon um 1550 eine spätgotische Schlosskapelle. In einem auffälligen Kontrast zu den massiven Burgresten erhebt sich der schlanke Turm einer Schlosskapelle. Graf Joseph Maria Fugger ließ sie an der Stelle einer baufällig gewordenen Vorgängerkirche vom Baumeister Simon Rothmiller in den Jahren 1738/39 erreichten.

Der von Pilastern gegliederte Kirchenraum, zeigt in seinem Inneren reichen Stuck von Johannes Finsterwalder, Fresken von Johann Georg Wolcker und Figuren von Joseph Höchstetter. Besonders bemerkenswert sind zwei ältere Schnitzreliefs mit der Geburt Christi und der Anbetung der Heiligen Drei Könige aus der Zeit um 1510. Im Hochaltar findet sich eine Darstellung der Taufe Jesu durch Johannes, dem Kirchenpatron der Schlosskapelle.

Das Patrozinium wird begangen am 24. Juni. Jeden 2. Mittwoch im Monat finden Morgenmessen um 8:30 Uhr statt. Kirchenführungen können mit dem Pfarrbüro vereinbart werden.

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